Rojava: Gefängnisse werden saniert und aufgebaut

Derzeit befinden sich schätzungsweise 10.000 Straftäter in Gefängnissen und anderen Hafteinrichtungen der Autonomen Administration Nord- und Ostsyrien (NES). Dabei handelt es sich vor allem um Kämpfer des Islamischen Staates (IS). Aber auch diverse Mitglieder der von der Türkei unterstützten Freien Syrischen Armee (FSA), des Syrischen Heeres (Syrian Arab Army = SAA) oder aber lokale und nationale, wie auch internationale Straftäter. Dabei sind die Ressourcen dazu begrenzt.

Die USA und die Koalition zur Bekämpfung des IS bestätigt nun, dass die NES (Autonomous Administration of North and East Syria) die Ressourcen bekommt, um die Gefängnisse wieder instand zu setzen und neu aufzubauen. Die renovierten Gefängnisse sollen dann die Kapazität haben um mindestens 7000 Insassen zu inhaftieren.

„Die Koalition assistiert bei der Reparatur und Instandsetzung einiger Gefängnisse. Dies ist ein internationales Problem und braucht internationale Lösungen.“, so Kommandeur Sean Robertson, Sprecher des Pentagon.

Nach eigenen Angaben hat die SDF (Syrian Democratic Forces), die Sicherheitskräfte der Autonomen Administration, allein nach der Schlacht um Baghuz mehr als 5.000 IS-Mitglieder gefangen genommen, obwohl bereits vor Beginn der Endphase, auch vor der Massenkapitulation des IS, Experten im Pentagon die Koalition davor warnten das die Kapazitäten der SDF bereits am Limit stehen.

Währenddessen lobt die Koalition die Improvisations Künste der SDF: „Sie haben fantastische Arbeit gemacht. Sie bauen improvisierte Gefängnisse aus dem Nichts. Sie nehmen beispielsweise eine Schule oder eine Fabrik und bauen es in ein Gefangenencamp um. Es ist keine Dauerlösung, aber es reicht für den Moment.“, so ein Sprecher der Koalition.

Die Koalition schätzt, dass ungefähr 3.000 der Gefangenen IS-Kämpfer aus dem Irak stammen, obwohl der Irak bereits ihre Bereitschaft zur Rücknahme signalisiert hat, gibt es noch keine Gespräche zwischen dem Irak und der NES.

Das Schicksal der ungefähr 1.000 ausländischen IS-Kämpfern bleibt ebenfalls weiterhin unklar.

Ein Pressesprecher der Koalition sagt dazu „Die Rückführung der IS Kämpfer in ihre Heimat/Ursprungsländer ist weiterhin die beste Option um die Gefangenen IS-Kämpfer daran zu hindern wieder zu kämpfen“.

Besonders die SDF warnt vor möglichen Überfällen von IS-Schläferzellen auf Gefängnisse. Die SDF hat der Koalition bereits mitgeteilt, dass die SDF und die NES nun eine andere Form der Unterstützung brauchen. Luftschläge sind nur minimal wirksam gegen IS-Schläferzellen.
Last modified onSamstag, 13 April 2019 10:16

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