Unabhängigkeitsreferendum: Gorran Abgeordneter ruft zum Boykott auf

Masud Barzani, Präsident der Autonomen Region Kurdistan (picture alliance / dpa / Maurizio Gambarini) Masud Barzani, Präsident der Autonomen Region Kurdistan (picture alliance / dpa / Maurizio Gambarini)
Erbil - Bald ist es soweit: Am 25. September 2017 stimmen die Kurden in der Autonomen Region Kurdistan über ihre Unabhängigkeit vom Irak ab. Parteiübergreifend wurde dieser Schritt von fast allen kurdischen Parteien in der Region akzeptiert. Nun jedoch, schießt ein ranghoher Gorran Abgeordneter scharf gegen den derzeitigen Präsidenten der Kurdenregion und das geplante Referendum.



Der kurdische Abgeordnete Rabun Marouf von der Gorran-Bewegung sagte in einem Gespräch mit dem Deutschlandfunk, dass der Abstimmung eine Rechtsgrundlage fehle. Präsident Barzani wolle damit seine eigene Macht festigen; dabei sei seine Amtszeit längst abgelaufen. Barzani handele immer autoritärer und undemokratischer, sagt der Abgeordnete - und ruft zu einem Boykott der Abstimmung auf.



"In diesem politischen Kontext bin ich persönlich gegen das Referendum, und ich tue alles, um es zu delegitimisieren - damit Barzani danach nicht behaupten kann, für sein Amt und seine Agenda wieder Legitimation erhalten zu haben."

Marouf fürchtet, dass das Referendum den Konflikt zwischen den Kurden im Irak und den schiitischen Arabern, die die Zentralregierung dominieren, verschärfen könnte - bis hin zu einem neuen Bürgerkrieg.



Last modified onSonntag, 06 August 2017 19:40

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