Niederlande lehnt Untersuchungen zu IS-Türkei Verbindungen ab

Nachdem ein Bericht des Rojava Information Center 40 Soldaten des Islamischen Staates in den Rängen der Freien Syrischen Armee identifizieren konnte, stellte ein Abgeordneter einen Antrag auf eine Untersuchung der Beziehungen zwischen der Türkei und dem Islamischen Staat.

Der niederländische Außenminister Stef Blok erklärte am Mittwoch, seine Regierung werde sich nicht für eine NATO-Untersuchung zu möglichen Verbindungen der Türkei zum Islamischen Staat einsetzen. Dieser Erklärung geht eine Anfrage des niederländischen Abgeordneten Raymond de Roon voraus, in der er die Regierung dazu auffordert zu klären, ob die Türkei ehemalige Mitglieder des Islamischen Staates angeworben, ausgebildet und bewaffnet habe.
Raymond de Roon stellte diese Anfrage, nachdem das Rojava Information Center (RIC) einen Bericht veröffentlichte, der 40 Soldaten der von der Türkei unterstützten Freien Syrischen Armee in Afrin, als ehemalige IS Soldaten identifiziert.

In einer schriftlichen Erklärung betont der niederländische Außenminister Stef Blok „Die Türkei ist und bleibt ein wichtiger Partner im Kampf gegen den IS. Die Türkei ist ernsthaft vom ISIS-Terrorismus betroffen und geht dagegen vor.“
Die Niederlande werde sich deshalb nicht für eine Untersuchung zu den Verbindungen zwischen der Türkei und dem Islamischen Staat aussprechen. Die niederländische Regierung betonte außerdem, dass die NATO-Mitgliedschaft der Türkei nicht in Frage gestellt wird.

Das niederländische Außenministerium erklärt die Identifizierung der 40 IS-Soldaten durch „dynamische Faktoren im syrischen Bürgerkrieg“ die „pragmatische oder finanzielle Gründe“ hervorrufen können, die dazu führen das Soldaten des Islamischen Staates „ideologisch entgegengesetzten Fraktionen beitreten“.
Das niederländische Außenministerium erklärt zeitgleich seine Ansicht, dass die von der Türkei geführte Freie Syrische Armee, das ideologische Gegenteil vom Islamischen Staat ist. Dabei sind sich Experte einig das die Ideologische Brandbeite der FSA und des IS sich in nur wenigen Punkten unterscheidet, sie jedoch die gleiche Auffassung einer Gesellschaftsform und Regierungsform gekoppelt an dem Islam haben.

Der niederländische Abgeordnete de Roon äußerte jedoch sein Bedenken, dass die Türkei den Soldaten des Islamischen Staates, innerhalb der Freien Syrischen Armee eine Art „Sicherheitszone“ bieten könnte.
Die in Syrien lebende Forscherin Chloe Troadec erklärte zunächst, sie sei erfreut zu sehen, dass ihr Bericht "Identifizierung von 40 ehemaligen ISIS-Mitgliedern, die jetzt zu den von der Türkei unterstützten Dschihadisten in Afrin gehören" auf parlamentarischer Ebene wahrgenommen wurde. Sie erklärte daraufhin, dass die Antworten von Herrn Blok in mehreren Punkten „Mangelhaft“ sind.
„Erstens sagt Herr Blok, dass diese Gruppen die `ideologischen Gegner´ des IS sind. In der Realität sind die Gruppen wie die Jaysh-al-Islam und die Ahrar-al-Sham, die die Hauptkomponente der von der Türkei bewaffneten, finanzierten und kontrollierten Streitkräfte bilden und Afrin besetzen, ideologisch nicht vom Islamischen Staat zu unterscheiden sind.“
Chloe Troadec verwies auch auf einen am Donnerstag veröffentlichten UN-Bericht, der zeigt, dass diese Fraktionen für Kriegsverbrechen und die Durchsetzung einer extremistischen, gewaltsamen und frauenfeindlichen Auslegung des Scharia-Gesetzes verantwortlich sind. Sie verwies ebenfalls darauf, dass die Niederländer einer der größten europäischen Investoren in der Türkei sind und am 11. September ein gemeinsames Treffen der beiden Länder zum Thema Handel stattfand.
„Solange diese finanziell lukrativen Beziehungen bestehen, ist es unwahrscheinlich, dass die niederländische oder eine andere europäische Regierung ernsthaft gegen die Türkei als wichtigster staatlicher Sponsor von Terror in der Region, vorgehen wird“.
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USA und Türkei führen erste Patrouillen in Rojava durch

Amerikanische und türkische Streitkräfte haben am Sonntag in Abstimmung mit den Demokratischen Kräften Syriens (Syrian Democratic Forces; kurz: SDF) gemeinsame Patrouillen im Nordosten Syriens gestartet.

Der Ko-Vorsitzende des Tal Abyad-Militärrats Riad Khamis, teilte mit, dass die gemeinsamen Patrouillen der US-amerikanischen und türkischen Streitkräften, in Abstimmung mit dem Militärrat von Tal Abyad stattfinden und durchgeführt werden. Die erste Patrouille bestand aus sechs US-amerikanischen und sechs türkischen Militärfahrzeugen, sowie mehreren türkischen und US-amerikanischen Hubschraubern. Patrouilliert wurde in den Dörfern Hashisha und Guilan, etwa 30 Kilometer östlich von Girê Spi (Tal Abyad).
Riad Khamis, wies darauf hin, dass der Militärrat von Tal Abyad die Kontrolle über die Gebiete übernommen hat, aus denen sich die SDF und die YPG zurückgezogen hatten, um das entstandene Sicherheitsvakuum zu füllen.

Die gemeinsamen Patrouillen sind Teil eines vereinbarten Sicherheitsplans zwischen Washington und Ankara zum angeblichen Schutz der türkischen Südgrenze. Dabei geht es der Türkei laut Nahostexperten vor allem darum jegliche kurdische Autonomiebestrebungen zu vernichten. Die Türkei hatte immer wieder mit einer Invasion in die von den Kurden besiedelten Gebiete Nordsyriens gedroht.

Ankara betrachtet die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) als den syrischen Ableger, der in der Türkei verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und stuft sie daher als bisher einziger Staat der Welt als Terrororganisation ein.

Für den Westen ist die YPG ein unverzichtbarer Partner im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat. Die YPG bildet das Rückgrat der SDF, einem multiethnischen Militärbündnis in Nordsyrien.

Editiert von Passar Hariky

Arbeiten für die Pufferzone haben begonnen

Die Einrichtung der Pufferzone ist voll im Gange und man erwarte eine baldige Fertigung. Die türkische Regierung sei mit diesem Schritt sehr zufrieden. Mit dieser Zone möchte man eine weitere Eskalation mit gravierenden Folgen, abwenden.

Der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar bestätigte diesen Samstag in einer Pressekonferenz, dass die Errichtung der geplanten Pufferzone in Nordsyrien im vollen Gange sei. Er erklärte, dass amerikanische und türkische Generäle gemeinsam ein Operationszentrum in der Provinz Sanliurfa errichtet haben. Von dort aus soll die Einrichtung der Zone geplant und umgesetzt werden.
Auch habe man vor, die ersten gemeinsamen Hubschrauber-Patrouillen zu beginnen.

Noch bis vor kurzem hatte die Türkei darauf gedrängt, eine 30 bis 40 Kilometer tiefe Zone innerhalb des vom Bürgerkrieg zerstörten Syriens zu kontrollieren, die östlich des Euphrat bis zur Grenze zum Irak verläuft. Diese wurde vehement von der Autonomen Regierung Nord- und Ostsyrien abgelehnt.
Die Türkei möchte, dass die Region entlang ihrer Grenze frei von syrisch-kurdischen Kräften ist und hat wiederholt gedroht, in Syrien eine neue Operation gegen syrisch-kurdische Kräfte zu beginnen, solle eine solche Zone nicht eingerichtet wird.

Der Oberbefehlshaber der SDF Mazloum Abdi versicherte, dass die Autonome Regierung und der militärische Arm der SDF alles tun werde um sicherzustellen, dass die Region weiterhin friedlich bleibt und die Menschen nicht der türkischen Willkür ausgeliefert werden. Die Absprachen zwischen den USA und der Türkei sollen erfolgreich verlaufen um zu zeigen, dass die die SDF und die Autonome Regierung keine Aggressoren sind. In einer Rede in der nordöstlichen Provinz Hassakeh am Samstag fügte er hinzu, dass die SDF "eine positive Seite bei der Stabilisierung" der gesamten Region sein werde.
"Wir werden alle Anstrengungen unternehmen, um in Abstimmung mit den Vereinigten Staaten eine Einigung mit dem türkischen Staat zu erzielen", fügte Abdi hinzu.

Die Türkei sieht die syrisch-kurdischen Kämpfer der YPG und YPJ, die die Mehrheit der syrisch-demokratischen Streitkräfte SDF ausmachen und mit den USA verbündet sind, als Terroristen, die mit einem kurdischen Aufstand in der Türkei in Verbindung stehen. Amerikanische Truppen sind zusammen mit den kurdischen Streitkräften im Nordosten Syriens stationiert und haben gemeinsam gegen den IS gekämpft. Die unterschiedlichen Positionen zu den kurdischen Kämpfern sind zu einer Hauptquelle für Spannungen zwischen den NATO-Verbündeten Türkei und den USA geworden.

MIT mit neuer Propaganda-Welle gegen die SDF

Die Beobachtungsstelle für Menschenrechte in Syrien (SOHR) berichtet aus England von einer neuen Propaganda-Welle gegen die SDF. Laut der SOHR dient die verbreitete Propaganda dazu, Spannungen zwischen den Arabern und Kurden in Nordost Syrien zu erzeugen.

Die SOHR merkt an, dass die Videos von aus Katar finanzierten Sendern und Redaktionen veröffentlicht werden, die für ihre anti-kurdische Haltung bekannt sind. Der türkische Geheimdienst MIT wird von der SOHR beschuldigt, diese Propaganda Videos erstellt zu haben.

Die Videos zeigen angebliche SDF Kämpfer bei Verstößen gegen Kriegsrecht und Menschenrecht. Allerdings ist es offensichtlich, dass die Menschen in diesen Videos keine SDF-Kämpfer sind. Ein Video vom 29.07.2019, dass auf Al-Jazeera veröffentlicht wurde zeigt einen angeblichen SDF Kämpfer in der Stadt Manbij, wie er eine Frau schlägt und ihr Hijab gewaltsam entfernt. Der Mann droht dann anderen Arabern mit gewaltsamer Rache, falls sie der SDF nicht beitreten. Das Video wurde zeitgleich veröffentlicht, als erneut arabische Führungspersonen über die Wehrpflicht in Nordost Syrien klagten. Das Video wurde schnell als falsch entlarvt. Der gezeigte Mann trägt in diesem Video eine Uniform der regulären Streitkräfte der SDF, allerdings ist nur die Militärpolizei der SDF dazu befugt, Verweigerer der Wehrpflicht aufzusuchen. Die Militärpolizei trägt eine andere Uniform als die regulären Streitkräfte der SDF. Der Mann trägt zudem eine Sturmmaske, die SDF verbietet ihren Soldaten das Tragen von Sturmmasken. Ein weiterer Punkt ist der, dass es keine Zwangsrekrutierung für Frauen in Nordost Syrien gibt. Das gezeigte Fahrzeug mit einer SDF-Flagge auf dem Dach, wird ebenfalls nicht von den regulären Truppen benutzt. Diese Fahrzeuge werden allein von der Asayish verwendet und werden streng kontrolliert. Es ist nicht möglich, dass ein Soldat der regulären SDF Einheiten dieses Fahrzeug führen darf. Die Asayish trägt ebenfalls eine gänzlich andere Uniform als die SDF, dementsprechend ist auszuschließen das es sich um einen Soldaten der Asayish handelt.

Die von der Türkei unterstützte und beeinflusste FSA (Free Syrian Army / deutsch: Freie syrische Armee), hat bei ihrer Invasion auf Efrin dutzende Fahrzeuge der Asayish erobert. Es liegt nahe, dass das gezeigte Fahrzeug aus Efrin stammt.
Das es sich bei diesem Video um Propaganda handelt wird auch dem letzten Skeptiker klar, wenn man sich vor Augen hält, das Manbij von lokalen Einheiten des MMC kontrolliert wird. Diese tragen andere Abzeichen als die SDF.

Dutzende Videos wie diese wurden von mehreren pro-türkischen / FSA Kanälen und Social Media Accounts veröffentlicht und sie alle teilen dieselben inhaltlichen Fehler und wurden schnell als Falsch entlarvt. Wie beispielsweise ein Video das einen vermummten SDF-Kämpfer beim Anzünden von Feldern bei Deir Ezzor zeigt. Aktivisten konnten das Video Geo-taggen und beweisen, dass das Video in Shingal gedreht wurde.
Ein anderes Video zeigt wie ein vermummter Mann eine Frau unter der Flagge der PKK in Nordosten Syriens vergewaltigen soll. Der gezeigte Mann trägt das Abzeichen der YPG falsch herum und auch die Flagge der PKK steht auf dem Kopf. Hinzu kommt ein Kameramann, der den Mann begleitet und im Sekundentakt auf die Flagge der PKK und das Abzeichen der YPG zoomt.
In gleicher Manier wurde am 23.08.2019 ein Video veröffentlicht das zeigen soll, wie ein Kämpfer der YPG zwei Männer auspeitscht. Erneut unter einer falsch herum aufgehängten Flagge der PKK und einer veralteten Uniform der YPG, mit einem selbstgenähten Abzeichen der YPG. Der Raum selbst ist mit insgesamt 10 Flaggen/Abzeichen der YPG übersät.

Der Sprecher des Manbij Military Council (MMC) äußert sich zu diesen Videos und merkt an, dass die Propaganda Videos in ihrer Häufigkeit parallel zu den Drohungen des türkischen Staates zunahmen. Es heißt „Die Videos sind offensichtlich gefälscht. In jeder normalen Situation würden die Opfer sich wehren oder schützen. Hier tun sie nicht mal das. Der Täter trägt nicht mal die richtige Uniform“.

Pentagon entsendet Delegation um Sicherheitszone festzulegen

Die USA entsenden eine Delegation um die letzten Details der Sicherheitszone festzulegen. Mazlum Kobane erklärt in einem Interview die bereits feststehenden Details und wo die Sicherheitszone errichtet werden soll.

Die USA haben eine Militärdelegation in die Türkei entsandt, um gemeinsam mit dem türkischen Militär eine Sicherheitszone festzulegen. Die Delegation besteht aus sechs Personen, deren Rang und Aufgabe unbekannt sind.

Zum jetzigen Zeitpunkt ist es unklar wie die Sicherheitszone aussehen wird. Mazlum Kobane, der Oberkommandeur der SDF, gibt an, dass die Gespräche momentan noch fortlaufen und das die SDF indirekt in den Gesprächen involviert ist. Er fügt dem hinzu, dass die ein großteil der Details der Sicherheitszone weiterhin nicht entschieden sind.
Der Oberkommandeur konnte aber bereits einige Details über die Grundzüge der Sicherheitszone verraten. Die Sicherheitszone wird ungefähr Fünf Kilometer tief sein und an einigen Stellen bis zu 14 Kilometer tief sein. Sie wird zwischen Serekanyie und Tal Abyad errichtet werden, aber Städte und Zentren in diesem Gebiet werden nicht Teil der Sicherheitszone werden.
Die SDF wird alle kurdischen Elemente in der SDF (YPG und YPJ) aus diesen Gebieten abziehen. Die Koalition und die örtliche Verwaltung vor Ort werden die Kontrolle übernehmen.
Mazlum Kobane hat sich nicht direkt dazu geäußert, ob türkische Truppen, als Teil der Koalition die Sicherheitszone kontrollieren werden.

Die SDF hat explizit gefordert, dass die Türkei den Ort der Sicherheitszone nicht frei wählen darf. Die Sicherheitszone musste zwischen dem Euphrat und dem Tigris liegen und keine Städte einnehmen. Mazlum Kobane hat erklärt, das die Türkei die Forderung gestellt hat, den Luftraum über SDF Gebiet nutzen zu dürfen. Die SDF hat diese Forderung verneint und die Koalition wird dies so durchsetzen.

Die Sicherheitszone soll schrittweise eingeführt werden. Außerdem wird die SDF die Entscheidungsgewalt darüber haben, wer in der Sicherheitszone angesiedelt werden darf. Die SDF hat sich mit der Koalition darauf geeinigt, dass nur Geflüchtete aus dem Gebiet zwischen Serekaniye und Tal Abyad in der Sicherheitszone angesiedelt werden dürfen. Die SDF wird jeden Geflüchteten kontrollieren und Personen die mit einer terroristischen oder anti-kurdischen Organisation im Zusammenhang stehen, dürfen abgewiesen werden.

Erdogan erwartet einen weiteren Sieg im August

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan schwärmte am Samstag, in einer Videobotschaft an die Türkei zum Eid al-Adha-Feiertag von den historischen Siegen, die die Türkei im Monat August errungen hat. Er gibt bekannt, das er einen weiteren militärischen Sieg erwarte, der in die Geschichtsbücher eingehen wird.

In seiner Videobotschaft erklärte Erdogan, dass die letzte erfolgreiche Operation im August begonnen hat und den Namen „Euphrat-Shield“ trägt. Er fügt dem hinzu "Wenn Gott will, werden wir im August dieses Jahres, ein neues Glied in die Siegeskette unserer Geschichte einfügen".

Erdogan führt in seiner Ansprache fort "Wir werden weiterhin diejenigen enttäuschen, die verschiedene Methoden anwenden - von Terroranschlägen bis hin zu Wirtschaftsfallen -, um die Türkei ins Chaos zu stürzen".

In den vergangen Monaten hat Erdogan immer wieder mit einem Angriffskrieg gegen den von der SDF (Syrisch Demokratische Kräfte) kontrollierten Nordosten Syriens gedroht. Als die Türkei in den vergangenen Wochen seine Drohgebärden intensivierte und täglich auf den Nordosten Syriens Feuern ließ, musste die USA intervenieren um eine militärische Eskalation zu verhindern. Die darauffolgenden Gespräche zwischen den USA und der Türkei verliefen erfolglos. Erdogan hat als Reaktion auf die fehlgeschlagenen Gespräche, vor einer Woche die USA und Russland von einer geplanten Militäroperation informiert. Erst dreitägige Gespräche zwischen Vertretern beider Armeen, konnten am 07.08.2019 beide Seiten zufrieden stellen und einen Vertrag unterzeichnen lassen.



Türkei und USA einigen sich auf Sicherheitszone

Am Mittwoch den 07.08.2019 haben die USA und die Türkei eine Vereinbarung über die Zukunft Nordsyriens (Rojava) getroffen. Die Vereinbarung wurden im Rahmen dreitägiger Gespräche zwischen Vertretern des Militärs der Türkei und der USA getroffen. Der Sprecher des Pentagons, Commander Sean Robertson, erklärt gegenüber eines Journalisten „Wir sind dem Ziel, einer permanenten Sicherheitslösung in Nordsyrien, die den Sicherheitsbedenken des NATO Partners Türkei entspricht, näher gekommen“.

Eine gemeinsame Operationszentrale wird in der Türkei errichtet, von der aus „weiter geplant und durchgesetzt wird“, so der Sprecher des Pentagons.
Dieser Vereinbarung zwischen der Türkei und der USA geht die Androhung eines Angriffskrieges gegen Nordsyrien seitens der Türkei zuvor. Aktivisten bezeichnen die Vereinbarung als letzte Maßnahme um einen türkischen Angriff auf Nordsyrien abzuwenden.

Die Vereinbarung sieht die Durchführung dieser Drei Punkte vor:

A: Die sofortige Durchsetzung von Maßnahmen um den türkischen Sicherheitsbedenken entgegenzukommen.

B: Die Errichtung einer gemeinsamen Operationszentrale in der Türkei, um eine Sicherheitszone in Nordsyrien zu errichten und zu kontrollieren.

C: Die Sicherheitszone soll ein „Korridor des Friedens“ sein und die syrischen Flüchtlinge in der Türkei sollen dort angesiedelt werden.

Analysten und Journalisten sind sich im Unklaren, was diese Vereinbarung konkret bedeutet. Die in der Vereinbarung genannten Maßnahmen sind undeutlich geschrieben und lassen dementsprechend viel Raum für Spekulationen.
Besonders Punkt C wird derzeit heftig diskutiert und kritisiert. Er lässt vermuten, das die ungefähr 3.6 Millionen syrischen Flüchtlinge die sich derzeit in der Türkei befinden in Nordsyrien angesiedelt werden sollen.
Es ist aber unklar, welche konkreten Maßnahmen unter Punkt C zwischen den beiden Staaten vereinbart wurden.

Türkei droht mit neuem Angriffskrieg gegen Kurden

Die Türkei versammelt Truppen an der Grenze zu Nordsyrien und droht mit einem Angriffskrieg. Zeitgleich werden kurdische Nachrichtennetzwerke von Fakenews Meldungen überflutet.

Die türkische Zeitung Daily Sabah meldet am 11.07.2019, dass die Türkei an der Grenze nach Syrien in der Region um Tal Abyad/Gire Spi Truppen ansammelt. Die Daily Sabah meldet auch das es sich dabei um mindestens 50 gepanzerte Fahrzeuge und Artilleriesystemen handelt.

Der CNN Journalist Ryan Browne twittert am 13.07.2019, dass die US-Regierung die Truppenansammlung der türkischen Armee genauestens überwacht.
Der Pentagonsprecher und Kommandeur Sean Robertson bestätigt dies noch am selben Tag und erklärte: „Einseitige militärische Operationen in Nordsyrien, egal von welcher Partei (Nation), besonders wenn US-Streitkräfte präsent sein könnten, ist sehr besorgniserregend. Wir würden solche Aktionen nicht akzeptieren.“

Diese Meldungen von einem potenziellen Konflikt sorgten für viel Verunsicherung und Unklarheit in den kurdischen Netzwerken. Die Situation wurde von unbekannten Quellen sofort ausgenutzt und die kurdischen Netzwerke wurden mit „Fakenews“ überflutet.

Am 14.07.2019 meldeten innerhalb weniger Minuten dutzende Accounts auf Twitter und anderen sozialen Netzwerken, dass türkische Kampfflugzeuge die Grenze nach Nordsyrien überschritten haben und über Raqqa kreisen würden. Diese Falschmeldung wurde vor allem von Regime- bzw Assadtreuen Aktivisten und Botaccounts verbreitet. Viele kurdische Aktivisten und Nachrichtennetzwerke haben dieser Meldung ebenfalls Glauben geschenkt und damit für noch mehr Sorgen und Ungewissheit in den kurdischen Netzwerken gesorgt.
Noch am selben Tag hat sich herausgestellt, dass es sich bei dieser Meldung um eine mit Absicht verbreitete Falschmeldung handelt, die nur dazu dient Panik zu stiften.

Am 15.07.2019 wurden wieder Falschmeldungen verbreitet, diesmal meldeten erneut Assad-/Regimetreue Accounts, dass die Türkei ihre Grenzmauer abgebaut hat. Diese Falschmeldung ist besonders Besorgniserregend für die kurdische Gemeinschaft gewesen, da beim Angriffskrieg auf Efrin die Türkei, kurz vor dem Angriff ebenfalls die Grenzmauer abbauen ließ.
Auch bei dieser Meldung wurde wenig Zeit später klar, dass die Nachricht nicht der Wahrheit entspricht und einzig und alleine dazu dient, die kurdische Gemeinschaft zu verunsichern.

Viele kurdische Aktivisten gehen davon aus, dass Russland für die Fakenews-Meldungen verantwortlich ist. Die Botsccounts teilen alle eine zueinander sehr ähnliche Wortwahl und auch die Profile sind nach demselben Muster erstellt worden. Die Accounts sollen zuvor dafür genutzt worden sein Pro-Assad Propaganda auf den Sozialen Netzwerken zu verbreiten.

Die Türkei hat tatsächlich Truppen an der Grenze zu Nordsyrien, bei Tal Abyad/Gire Spi stationieren lassen und droht erneut mit einem Angriffskrieg.
Sowohl am 14.07.2019, als auch am 15.07.2019 sind türkische Kampfflugzeuge an die Grenze nach Nordsyrien aufgebrochen. Allerdings flogen sie nur an der Grenze entlang und wurden an der Grenze von Kampfflugzeugen der USA begleitet bzw überwacht.

Laut einem ehemaligen Geheimdienst Analysten im Interview mit Kurdistan24, geschehe all dies eher im Zusammenhang mit der Lieferung der russischen S-400 Luftabwehrsysteme an die Türkei. Der Geheimdienstanalyst vermutet, dass Russland hinter der türkischen Strategie der Drohgebärden steckt.
Die Türkei soll in diesem Zusammenhang damit gedroht haben, dass wenn die USA Maßnahmen ergreife um die Türkei für den Kauf der S-400 Systeme zu bestrafen, die Türkei einen Angriffskrieg gegen Nordsyrien starten wird.
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